Zur Fotografie des Mondes
von Thierry Legault
mit Ergänzungen von Wolfgang Paech



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Zur moderne Planetenfotografie von Christopher Go
Gesamtaufnahmen des Mondes - Basiswissen
 
Voraussetzung ist der Einsatz einer digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) im Primärfokus des Aufnahmeteleskops (die sogenannte Fokalfotografie, das Teleskop erfüllt die Funktion eines Teleobjektivs am Kameragehäuse)
 
Es ist auf eine feste und stabile Verbindung zwischen Kameragehäuse und Teleskop zu achten. Normalerweise setzt man dazu einen so genannten 2"/T2 Adapter in Verbindung mit einem zum Kameratyp passenden T2 Adapters. Beide Adapter werden ineinander geschraubt und sorgen für eine stabile Verbindung zwischen Teleskop und Kameragehäuse.

Tipps:

Benutzen Sie zur Auslösung der Belichtung unbedingt einen Fernauslöser und - wenn Ihre Kamera über diese Funktion verfügt - die Spiegelvorauslösung. Erschütterungen des Teleskops sind unbedingt zu minimieren. Da der Mond meist hell genug ist wählen Sie eine Empfindlichkeit von ungefähr 200 ASA. Die Belichtungzeiten sollten zwischen 1/50 bis 1/100 Sekunde liegen (je kürzer desto besser). Achten Sie darauf Überbelichtungen zu vermeiden (lassen Sie sich gegebenfalls das Histogramm anzeigen - wenn Ihre Kamera über diese Funktion verfügt).
 
Abbildung oben: Canon DSLR an einem Celestron EdgeHD Teleskop
  • Das aufgenommene Bildfeld ist abhängig von der Primärbrennweite des Teleskops und der Größe des Sensors in der Kamera. Das Bildfeld sollte mindestens 0,55 Grad groß sein, Faustformel: Aufnahmebrennweite < 100 x Sensorgröße. Die scheinbare Größe des Vollmondes am Himmel beträgt ziemlich exakt 0,5 Grad.
 
Beispiel für Kameras mit APS-C Sensor (ca. 24 x 16mm)

Primärbrennweite < 2.400mm für Aufnahmen von Mondsichel oder Halbmond
Primärbrennweite < 1.500mm für zunehmenden Mond oder Vollmond

Beispiel für Kameras mit Vollformatsensor (FullFrame, 24 x 36mm)

Primärbrennweite < 3.600mm für Mondsichel oder Halbmond
Primärbrennweite < 2.400mm für zunehmenden oder Vollmond


« Maßstäblicher Größenvergleich zwischen APS-C und FullFrame Chip
Die genaue Berechnung des Bildfeldes in Abhängigkeit von Aufnahmebrennweite und Chipgröße berechnet sich wie folgt:

Länge, bzw. Höhe des Feldes [in Bogensekunden] = (206 265 ÷ Brennweite [mm]) × Länge, bzw. Höhe des Chips [mm].

Dividiert man den gerechneten Wert durch 60 ergibt sich das Feld in Bogenminuten, dividiert man durch 3600 ergibt das die Feldgröße in Grad (wie für den Mond erwünscht).


Merke: 1 Grad = 60 Bogenminuten = 3.600 Bogensekunden

Hinweise:
  • längere Primärbrennweiten können verwendet werden. Die Bildverarbeitung erfordert dann das Zusammensetzen mehrerer Aufnahmen zu einem Mosaik des Mondes (einen aktuellen Artikel zu einer solchen Bildverarbeitung finden Sie in der Zeitschrift Sterne + Weltraum, Oktober 2013, ab Seite 78.
Auch kleinere Sucherkameras und sogar Handys mit Kamerafunktion können erfolgreich für Schnappschüsse vom Mond eingesetzt werden. Da bei diesen Kameras das Objektiv nicht entfernt werden kann, ist eine Verbindung zwischen Kamera und Teleskop nicht über 2"/T2 und T2 Kameraadapter möglich. Hier bietet sich als Lösung der Baader DigiScope Adapter an. Diese Art der Mondfotografie nennt man - wird eine Kamera mit Objektiv zur Aufnahme eingesetzt - afokale Projektionsfotografie.
 
Weitere Informationen zur Aufnahmetechnik mit DSLR Kameras von Sonne und Mond finden Sie z.B. hier