Moderne Planetenfotografie
von Christopher Go
mit Ergänzungen von Wolfgang Paech



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- Zur modernen Mondfotografie von Thierry Legault
   
Moderne Planetenfotografie - Tipps + Tricks zur Bildaufnahme
 
Normalerweise wird zu jeder Kamera auch eine Software zur Aufnahmesteuerung geliefert. Diese unterscheiden sich naturgemäß. Links im Bild ist ein Ausschnitt von ICapture der Celestron SkyRis Kamera dargestellt.
  • Wählen Sie einen vernünftigen Kompromiss zwischen Belichtungszeit und Verstärkung (Gain), achten Sie bei Mondaufnahmen, dass helle Kraterränder nicht überbelichtet werden (lassen Sie sich von der Aufnahmesoftware das Histogramm anzeigen). Eine Erklärung des Histogramms finden Sie hier.
  • Eine hohe (elektronische) Verstärkung erlaubt kürzere Belichtungszeiten, aber das Bildrauschen ist hoch. Um wenig verrauschte Summenbilder zu erhalten, müssen deutlich mehr Einzelbilder aufsummiert werden.

  • Eine geringe (elektronische) Verstärkung ergibt rauscharme Bilder, die Belichtungszeit muss jedoch erhöht werden. Finden Sie deshalb ihren persönlichen Kompromiss, der natürlich auch von der Nachbearbeitung der Rohavifiles abhängig ist,
  • Machen Sie sich mit Ihrem Equipment vertraut und versuchen Sie eine Standardroutine für die Rohavifiles zu finden (Anzahl der Einzelbilder, Verstärkung, Belichtungszeit, etc),
  • Konfigurieren Sie die Aufnahmesoftware so, dass im Filenamen das Datum und die Uhrzeit in UT abgespeichert werden,
  • Setzen Sie den Gammawert so niedrig wie möglich (zu geringe Kontraste lassen sich später in der Bildverarbeitung anheben. Zu starke Kontraste in den Rohbildern lassen sich nicht korrigieren,
  • Nutzen Sie die höchste Bildaufnahmerate, die bei gegebener Belichtungszeit und Verstärkung möglich ist,
  • Begrenzen Sie mit der Funktion ROI (Region of Interest) der Aufnahmesoftware den Bildausschnitt. Je kleiner die Einzelbilder, desto schneller nach Bildverarbeitung,
  • Zur Fokussierung: Nehmen Sie sich die Zeit, das Mondbild optimal zu fokussieren (Bildschärfe). Unscharfe Einzelbilder können auch nachträglich durch die Auswertesoftware nicht scharf gerechnet werden. Mit einiger Erfahrung sehen Sie auch sofort ob schlechte Seeingbedingungen durch die Atmosphäre oder durch eine nicht austemperierte Optik entstehen,
  • Starten der Bildaufnahme: Jede Aufnahmesoftware zeigt Ihnen ein Lifebild der Kamera. Starten Sie ihre Videosequenz während die Seeingkonditionen gut sind. Die Einzelbilder sollten in der möglichst höchsten Bildrate (frames per second) aufgenommen werden.
Merke: Die Qualität des Endergebnisses ist abhängig von der Qualität der Rohbildaufnahmen !
 
Haben Sie Ihre Steuersoftware zur Bildaufnahme und Ihr Equipment unter Kontrolle, wechseln Sie eventuell zur Aufnahmesoftware FireCapture.

FireCapture ist eine Public Domain Software (frei verfügbar) von Thorsten Edelmann. Zur Zeit (Ende 2013) die wohl anpassungsfähigste Aufnahmesoftware zur Planetenfotografie mit Webcams und Videokameras. Sie
  • unterstützt eine große Vielzahl von Kameras,
  • übernimmt die Kontrolle und Ansteuerung einer großen Anzahl von Filterrädern für RGB Sequenzen,
  • sie hat eine Autoguider Funktion, um die Kameras zur Nachführung für lang belichtete Astroaufnahmen einzusetzen und
  • sie ist kostenlos