Moderne Planetenfotografie
von Christopher Go
mit Ergänzungen von Wolfgang Paech



HOME
 
Die Erdatmosphäre, Seeingbedingungen
Lucky Imaging
Die richtige Ausrüstung
Aufnahmevorbereitungen
Tipps + Tricks zur Bildaufnahme
Tipps + Tricks zur Bildbearbeitung
Postprocessing
Download dieser Seite als pdf-file
 
- Zur modernen Mondfotografie von Thierry Legault
   
Moderne Planetenfotografie - Tipps + Tricks zur Bildbearbeitung
 
Die Software, die die Bearbeitung der Rohavifiles übernimmt, ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil für die erfolgreiche hochaufgelöste Detailfotografie von Mondformationen. Ursprünglich von professionellen Astronomen für das "lucky imaging" entwickelte Software ist seit einigen Jahren auch als Freeware für Amateure zugänglich.

Diese Softwarepakete analysieren die Qualität der Einzelbilder einer Videosequenz, wählen die besten Einzelbilder der Sequenz aus und addieren diese Bilder zu einem Summenbild, welches dann in einer abschließenden Bildverarbeitung zum Endbild verarbeitet werden.

In der Zwischenzeit ist die dritte Generation solcher Softwarepakete verfügbar. Die drei aktuellsten Auswertesoftwaren sind frei im download verfügbar unter:
Die Entwicklung der Softwarepakete im Laufe der Jahre war folgende:
  • 1. Generation: Auswahl und Aufaddieren der besten Einzelbilder (2 Referenzpunkte),
  • 2. Generation: Auswahl, Aufaddieren und Korrektur von Bildverzerrungen durch Seeingeffekte der Einzelbilder (mehrere Referenzpunkte) und
  • 3. Generation: Auswahl der besten Bildsegmente in Einzelbildern, Korrekturen von Bildverzerrungen und Aufaddieren der einzelnen Bildsegmente zu einem Summenbil (z.B. Avistack unterteilt das Einzelbild im default Modus in 64 Bildsegmente und setzt weit über 1.000 Referenzpunkte).
Die Auswertesoftware:

Autostakkert arbeitet mit Multipunkt Ausrichtungspunkten, ist sehr einfach zu bedienen und liefert Superergebnisse. Autostakkart zentriert das endgültige Summenbild in die Bildmitte und erleichtert damit eine RGB Addition. Die Software verfügt über eine Funktion das Rohsummenbild zu vergrößern (1,5x Drizzle Filterung).

RegiStax hat die moderne Planetenfotografie revolutioiert und hat vorzügliche Waveletfilter zur Bildschärfung des Summenbildes. Auch RegiStax verfügt über eine Funktion das Rohsummenbild zu vergrößern (1,5x Mitchell Filterung).

AviStack arbeitet ebenfalls mit Multipunkt Ausrichtungspunkten, hat auch vorzügliche Waveletfilter und verfügt über einen "batch-modus" mit dem viele Rohavifiles vollautomatisch abgearbeitet werden.
ALLE drei Softwarepakete sind Freeware, also kostenlos und haben ausführliche Bedienungsanleitungen in vielen Sprachen. Probieren Sie alle drei und nutzen Sie anschließend die Software, mit der SIE am besten klarkommen.
 
Die RGB Aufnahmetechnik
 
Bei der RGB Aufnahmetechnik werden vom Aufnahmeobjekt mit einer monochromen Viedeokamera je drei Rohavisequenzen mit einem Rot (R-), Grün (G)- und Blaufilter aufgenommen. Nach Auswertung der drei files werden diese monochromen Aufnahmesequenzen zu einem Farbbild addiert.

Die Vorteile: Die monochrome Kamera erlaubt wesentlich kürzere Belichtungszeiten als eine Farbkamera ...
Die Nachteile: Es müssen für ein Endbild drei Avifiles verarbeitet werden.

Bei der L-RGB Aufnahmetechnik wird das Luminanzbild (L, monochrome) zur Seeingberuhigung ev. mit einem IR-Passfilter aufgenommen und die Farbinformationen dann über die RGB Kanäle dem L-Kanal überlagert.

Bei beiden Verfahren sollte das Grünbild als Referenzbild benutzt werden und L-R/B zum Grünbild ausgerichtet werden.

 
Ein großes Problem bei der RGB, bzw. L - RGB Aufnahmetechnik ist das Zeitintervall, in dem die einzelnen Rohavisfiles aufgenommen werden. Durch die kurze Rotationsperioden von Jupiter und Saturn kommt es bei zu langen Zeitintervallen zwischen den Farbauszügen zu Bildunschärfen.

Mit der Software WinJUPOS können Rotationsunterschiede zwischen den RGB Rohfiles praktisch "rückgerechnet" werden. Das Ergebnis sind wesentlich schärfere Endsummenbilder.

Setzen Sie eine Highspeed Videokamera, wie zum Beispiel die Celestron SkyRis 618 M Kamera ein, die extrem hohe Bildaufnahmeraten (frames per Second, bis 120 Bilder pro Sekunde) erlaubt, können Sie sich den Verarbeitungsaufwand mit WinJUPOS allerdings auch sparen.