Montierungen von Astro Physics
FAQ
- Oft gestellte Fragen zu den Montierungen von Astro
Physics
|
|
Zu den GTO Montierungen von Astro-Physics
FAQ (frequently asked questions), Fragen, die immer wieder gestellt werden:
|
 |
Warum wählt Astro-Physics
Servomotoren statt Schrittmotoren als Antrieb für die eigenen Montierungen
? |
|
Das Drehmoment und damit
die Beschleunigung von Schrittmotoren erreicht ihren Maximalwert bei niedrigen
Frequenzen und sinkt bei hohen Frequenzen stark ab. Deshalb sind
vergleichsweise große Motoren notwendig, die bei den zum Positionieren
erforderlichen Drehzahlen noch genügend Drehmoment entwickeln. Das
Drehmoment und damit die Beschleunigung von Schrittmotoren erreicht ihren
Maximalwert bei niedrigen Frequenzen und sinkt bei hohen Frequenzen stark ab.
Deshalb sind vergleichsweise große Motoren notwendig, die bei
den zum Positionieren erforderlichen Drehzahlen noch genügend Drehmoment
entwickeln. Bei kleinen Drehzahlen, also während der normalen
Nachführung, haben solche Motoren viel zuviel Kraft und laufen dann oft
entsprechend unruhig, was leicht zu Erschütterungen des Teleskops
führen kann. Darüber hinaus besitzen Schrittmotoren Eigenresonanzen,
in deren Frequenzbereich sich die Laufruhe nochmals rapide verschlechtert.
Servomotoren zeichnen sich dagegen durch ein hohes Drehmoment auch bei hohen
Drehzahlen, durch eine im gesamten Drehzahlbereich sehr gute Laufruhe und einen
höheren Wirkungsgrad aus.
Um die gleiche
Positioniergenauigkeit wie bei Schrittmotoren zu erhalten, muss allerdings ein
höherer elektronischer Aufwand getrieben werden.
|
 |
Ist die Justierung der Polachse
überhaupt notwendig für eine computergesteuerte Nachführung ?
|
|
Eine genaue Justierung ist immer dann notwendig, wenn man
professionelle Ergebnisse erzielen will. Die gute Justage soll sicherstellen,
dass beim Anfahren eines neuen Objekts dieses auch im Zentrum des Okulars
erscheint. Für jede fotografische Aufnahme oder eine CCD-Belichtung die
länger als ein paar Sekunden dauert, muss die Montierung Polachsjustiert
(Rektaszensionsachse parallel zur Erdrotationsachse) stehen, da ansonsten das
Gesichtsfeld des Teleskop um den Leitstern rotiert.
Das Programm
DigitalSky Voice oder die Routinen der GTO Steuerung führt den
Bediener im Kalibriermodus durch die Polachsenjustierung und ermöglicht
eine schnelle und genaue Aufstellung der Montierung.
|
 |
Was ist eigentlich die
Positioniergenauigkeit? |
|
Die Positioniergenauigkeit ist die Genauigkeit oder Auflösung,
mit der eine beliebige Position am Himmel angefahren werden kann. Sie wird
nicht nur von der Winkelauflösung des Teleskopantriebs beeinflusst, viele
Faktoren spielen hier eine Rolle, z.B. die genaue Ausrichtung der Polachse.
Auch Toleranzen bei der Herstellung der Montierung, etwa die nicht genau
senkrechte Ausrichtung von Stunden- und Deklinationsachse oder Lagerfehler,
begrenzen oft die erreichbare Genauigkeit und führen dazu, dass die
theoretische Positioniergenauigkeit des Teleskopantriebs oft nicht erreicht
wird.
Dank moderner, hochgenauer CNC-Fertigungsmethoden erreichen
Astro-Physics Montierungen in Verbindung mit dem Steuerprogramm DigitalSky
Voice eine sehr hohe Positioniergenauigkeit. Wir testeten die Genauigkeit
unserer Montierung GTO 12OO mit einem 180/f7 StarFire EDF Refraktor und einer
IMG260 CCD-Kamera (512x512 Pixel). Nach Durchführung der
Polachsenjustierung wählten wir zwei Positionen in entgegengesetzten
Richtungen am Himmel, die wechselweise angefahren wurden. Jedes Mal erschien
das Bild ohne Nachkorrekturen auf dem Bildschirm und es befand sich jedes Mal
an der gleichen Position im Bildfeld. Auch ohne Nachführkontrolle blieben
die Bilder scharf, ein Beweis für die Präzision der Antriebseinheit.
Um diese hohe Genauigkeit auch in zenitfernen Positionen erreichen zu
können, besitzt DigitalSky Voice einen Algorithmus zur Kompensation
der atmosphärischen Refraktion. Das Programm benötigt hierzu
lediglich die am Beobachtungsort herrschende Temperatur und den Luftdruck.
|
 |
Geht die Kalibrierung verloren,
wenn das Teleskop von Hand bewegt wird? |
|
Die Kalibrierung der Montierung geht verloren, wenn das Teleskop von
Hand bewegt wird, allerdings ist eine Neueichung denkbar einfach. Bringen Sie
hierzu einen geeigneten Stern in die Mitte Ihres Gesichtsfeldes und geben Sie
die Bezeichnung des Sterns in das Programm ein. Durch das gesprochene Kommando
"Recalibrate" oder das Anklicken des entsprechenden Menüpunktes wird die
Kalibrierung aktualisiert.
Der Möglichkeit einer Rekalibrierung
der Montierungsposition wurde bereits in der Anfangsphase der Entwicklung von
Soft- und Hardware besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Würden für die
Positionierung nur die einfachen Encoder direkt an den Montierungsachsen
ausgelesen, wäre auch nach einer Bewegung der Montierung von Hand keine
Neueichung der Position notwendig, da diese Encoder absolute Winkelpositionen
liefern. Aber auch Encoder mit der höchsten Auflösung von 4000 oder
8000 Schritten erlauben in einem solchen Fall nur Positioniergenauigkeiten von
324 bzw.162 Bogensekunden - zu wenig für unsere Anforderungen. Durch die
zusätzlichen Encoder auf der Motorwelle wird eine Auflösung von 0,05
Bogensekunden erreicht. Diese Encoder werden 300x pro Sekunde vom Programm
ausgelesen, wodurch ein extrem konstanter Gleichlauf der Motoren für die
Nachführung erreicht wird. Allerdings liefern diese Encoder nur eine
relative Änderung der Winkelposition, was eine Rekalibrierung notwendig
macht, wenn das Gerät von Hand bewegt wurde.
|
 |
Geht die Kalibrierung verloren,
wenn das Teleskop am Ende der Beobachtung in seine Parkposition gefahren wird
? |
|
Nein, in diesem Fall werden die Koordinaten der Parkposition in der
Handsteuerung abgelegt. Sie stehen auch nach einem Abschalten und wieder
Einschalten der Betriebsspannung zur Verfügung, so dass sofort in der
nächsten klaren Nacht oder am Tageshimmel vollautomatisch positioniert
werden kann.
|
 |
Wofür benötigt man
eine Computersteuerung ? |
|
Es ist leider nicht zu ändern, aber viele Amateurastronomen
leben in Gebieten mit hoher "Lichtverschmutzung". Das Auffinden von hellen Deep
Sky Objekten wird hier zu einer echten Herausforderung und das Suchen wirklich
lichtschwacher Nebel und Galaxien zu einer echten Nervenprobe. Nebelfilter, die
bei der Beobachtung von Nebeln den Kontrast wesentlich verbessern helfen,
scheiden am Sucherfernrohr aus, da sonst die zum Suchen notwendigen
Vergleichsterne zu stark abgeschwächt werden. Dies ist nur ein Beispiel,
wo eine Computersteuerung zur automatischen Positionierung sinnvoll eingesetzt
werden kann.
Natürlich ist auch der "normale Handbetrieb" mit
einer Handsteuerung bei jeder Astro-Physics Montierung möglich, stellt
doch das selbständige Finden gerade auch lichtschwacher Objekte für
viele Amateurastronomen einen besonderen Reiz dar.
|
 |
Wie anwenderfreundlich ist das
Steuerprogramm DigitalSky Voice ? |
|
Die Anwendung des Programms ist denkbar einfach. Die Oberfläche
ist sehr benutzerfreundlich gestaltet und erklärt sich praktisch selbst.
Es wurde höchsten Wert darauf gelegt, mit einem Minimum an "Maus-Klicken"
bei der Bedienung auszukommen. Das Programm wurde von Anfang an auf die verbale
Eingabe optimiert, es wurde nicht einer bestehenden, graphisch orientierten
Software eine zusätzliche Stimmeingabe aufgesetzt. Das Ergebnis ist ein
Programm, bei dem Sie jeden Befehl mit Ihrer Stimme oder der Maus eingeben
können.
|
 |
Welche Vorteile hat die verbale
Befehlseingabe zur Steuerung einer Montierung ? |
|
Benutzen Sie die Stimmeingabe von DigitalSky Voice und
dirigieren Sie Ihre Montierung mit in normaler Tonlage gesprochenen
Anweisungen, es wird Ihnen bald vollkommen natürlich erscheinen. Die
Dunkeladaption Ihrer Augen bleibt erhalten, weil Sie nicht ständig auf den
Bildschirm ihres Rechners schauen müssen, um Kommandos einzugeben. Der
Computer kann sogar in einem warmen Raum stehen, geschützt vor Kälte
und Feuchtigkeit, es genügt die Verbindung über ein Mikrophon.
|
 |
Muss
DigitalSky Voice auf die Stimme des Beobachters trainiert werden ? Werden
fremde Akzente verstanden ? |
|
Das Programm benutzt einen Compiler für natürliche
englische Grammatik zur Stimmerkennung und benötigt keine phonetische
Anpassung oder ein spezielles Training zur Stimmerkennung. Die richtigen
Kommandos sind schnell und einfach zu erlernen.
Das Programm wurde von
einer Vielzahl von Leuten mit unterschiedlichen Akzenten erfolgreich benutzt,
wir können natürlich nicht garantieren, dass es jeden Akzent
versteht. Eine eigene Menüfunktion ermöglicht Ihnen aber das
Einüben und Testen der Kommandos zu Hause, bevor Sie mit den ersten
Beobachtungen mit dem neuen System beginnen.
|
 |
Können eigene
Objektkataloge in die Datenbank von DigitalSky Voice eingebunden werden ?
|
|
Selbstverständlich können eigene Objektlisten von
DigitalSky Voice eingelesen und über das Menü aufgerufen
werden. Definiert als benutzereigene "cool objekt"-Liste wird sie immer dann
auf dem Bildschirm angezeigt, wenn das Teleskop auf das entsprechende Sternbild
gerichtet wird.
|
 |
Welche anderen Programme
können zur Steuerung der Montierung noch verwendet werden ?
|
|
Unser Mikroprozessor Antriebsstern wurde ausgelegt für die
Ein-/Ausgabe von RA- und DE-Zahlenwerten nach demselben Protokoll, das auch bei
Meade LX200, LX650 und LX750 Montierungen verwendet wird. Programme, die dieses
Protokoll benutzen, können zur Steuerung unserer
rnikroprozessorgesteuerten Montierungen verwendet werden.
|
 |
Benötigt man unbedingt
einen Computer für eine schnelle Positionierung der Montierung ?
|
|
Das GTO-Computersystem ermöglicht in Verbindung mit den
GTO-Montierungen von Astro-Physics die automatische Positionierung mit einer
Geschwindigkeit von 5 Grad pro Sekunde auf beiden Achsen. Die Steuerung
über einen PC ist hierzu nicht notwendig.
|
 |
Welche Montierungen können
mit DigitalSky Voice gesteuert werden ? |
|
Das Programm wurde für die mikroprozessorgesteuerten
Montierungen der Baureihen 400, 600E, 900 und 1200 von Astro-Physics
entwickelt. Es kann in Verbindung mit allen Montierungen benutzt werde, die
dasselbe Protokoll benutzen wie auch die Montierungen LX200, LX650 und LX750
von Meade.
|
 |
Benötigt man ein sehr
teures Mikrophon ? |
|
Wir konnten natürlich nicht alle Mikrophone auf dem Markt
testen, wir waren allerdings auch mit der Tonwiedergabe preiswerter Mikrophonen
zufrieden, die nicht mehr als 80,- DM gekostet haben. Noch billigere Mikrophone
führten oft zu Problemen, vom Kauf solcher Produkte raten wir daher ab.
Sie benötigen auf jeden Fall ein Mikrophon mit einem Ein/Aus-Schalter,
damit eine Unterhaltung mit anderen Beobachtern keine ungewollten
Teleskopbewegungen auslöst. Sehr gut eignen sich natürlich schnurlose
Mikrophone, auch wenn sie etwas teurer sind. Benutzen Sie nicht das im Computer
eingebaute Mikrophon, das Programm könnte seine eigene Sprachausgabe
hören und "durcheinander" kommen. |
 |
Gibt es zu den GTO Montierungen
von Astro Physics und zu DigitalSky Voice eine deutsche
Bedienungsanleitung ? |
|
Selbstverständlich. Wir bemühen uns auch
Upgrades der Steuersoftware der GTO Montierungen - die durch einfaches
Austauschen der Eproms realisiert wird - möglichst schnell in unsere
deutschen Anleitungen zu integrieren. Unsere Bedienungsanleitungen
sind übrigens keine einfachen Übersetzungen der amerikanischen
Manuals. Wir probieren diese Montierungen aus und entwickeln dabei eigene
Anleitungen, dadurch finden wir auch so manchen "bug" der in den originalen
Anleitungen steckt. |