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Upgrade der GTO Montierungen von Astro Physics

Erste Beobachtung nach dem Softwareupgrade und
Kurzbeschreibung der neuen Funktionen

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Bevor Sie mit der neuen Steuersoftware arbeiten, überprüfen Sie auf jedem Fall die wichtigen Einstellungen, wie Ihre Aufstellungskoordinaten der Montierung (Site Location), Uhrzeit, Datum etc. Sie vermeiden so, bei der ersten automatischen GoTo Positionierung unliebsame Überraschungen. Stimmt hier irgend etwas nicht, besteht natürlich die Gefahr, dass das Teleskop gegen die Säule fährt. Deshalb muß Ihre erste Beobachtung folgendermaßen vor sich gehen:

Prozedur der ersten Beobachtung nach Chipwechsel und neuer Steuersoftware
Die Einträge der Standortkoordinaten, Zeit, Datum etc. wurden durch das Upgrade zwar nicht überschrieben, aber die Software kennt Ihren aktuellen Beobachtungsort nicht mehr. Besonders wichtig: auch wenn Sie das Teleskop am Ende der letzten Beobachtung in eine Parkposition gefahren haben, kennt die neue Software diese Position nicht. Auch die PEM Daten werden nicht mehr erkannt. Arbeiten Sie damit, müssen Sie - irgendwann - ein neues PEM-Tabelle aufnehmen. Deshalb müssen Sie bei der ersten Beobachtung folgendes Prozedere absolvieren.

Nach dem ersten Einschalten der Montierung erscheint das Standard-Menü (siehe oben). Bitte überprüfen Sie die wichtigen Einträge der Standortkoordinaten, Uhrzeit, Datum und Zeitzone (der Zeitzoneneintrag wurde in das Menü "Date und Time" verschoben).


Hier gibt es bereits eine erste, wichtige Änderung. Sie müssen - in Abweichung zu unserer früheren ausführlichen deutschen Bedienungsanleitung - die Zeitzone (Time Zone) korrekt für die Standortkoordinaten angeben (für die Bundesrepublik ist dies der Eintrag 01). Ebenso muss dann die korrekte Zeit MEZ oder MESZ eingetragen werden. Dabei ist dann auch zu beachten, dass natürlich auch der Eintrag von Sommer (MESZ)- bzw. Normalzeit (MEZ) korrekt gesetzt sein müssen (daylight savings). In der Anleitung hatten wir empfohlen, die Zeitzone 00 und die Zeit in UT einzutragen, um das Umschalten von Sommer und Winterzeit zu vermeiden; dies funktioniert nicht mehr!

STAR SYNC, POLAR ALIGNMENT und RESUME FROM PARK Für die beiden ersten Funktionen gilt unbedingt folgendes: Wählen Sie einen Referenzstern östlich des Meridians (Süden), muss das Teleskop auf der Westseite der Säule liegen oder umgekehrt. Bei Sternen, die nahe dem Zenit stehen, ist dies nicht leicht zu entscheiden (Meridianstellung östlich oder westlich). Wählen Sie deshalb lieber Sterne, wo dies eindeutig ist.

Haben Sie keine andere Möglichkeit, können Sie den "Z-Wert" - der oben rechts im Menü "Choose Star" angezeigt wird - zur Hilfe nehmen. Wenn der Wert der Rektaszension (RA) größer als der "Z-Wert" ist, steht der Stern östlich des Meridians und/oder umgekehrt.

Halten Sie diese Bedingung nicht ein, besteht die Gefahr, dass das Teleskop beim ersten Positionieren gegen die Säule gefahren wird.


STAR SYNC.
Steht Ihre Montierung permanent aufgestellt und ist polachsjustiert, sollten Sie diese Funktion wählen. Stellen Sie manuell einen hellen Referenzstern ein und zentrieren Sie Ihn in die Gesichtsfeldmitte, die Richtungstasten sind aktiviert (neu ist, dass Sie auch Planeten als Referenzobjekte wählen können). Wählen Sie den Referenzstern aus der Liste "Star" aus und drücken Sie die GoTo Taste (das Teleskop wird natürlich nicht positioniert). Das Ihnen geläufige Haupt Menü erscheint und ab jetzt können Sie wie gewohnt mit Ihrer Montierung arbeiten.

POLAR ALIGNMENT
Steht Ihre Montierung nicht Polachsenjustiert, sollten Sie diese Funktion wählen. Das "North Polar Calibrate", bzw. das "Two-star calibrate" funktioniert genauso wie in der deutschen Anleitung beschrieben. Auch hier werden jetzt die Objekte des Sonnensystems mit angezeigt, sie sollten allerdings nicht für das Polar Alignment nicht benutzt werden, da sich die Koordinaten RA und DEK permanent ändern und deshalb ungeeignet sind.

Haben Sie das Polar Alignment durchlaufen, erscheint das Hauptmenü und Sie können wie gewohnt mit Ihrer Montierung arbeiten.

RESUME FROM PARK
Diese Funktion dürfen Sie auf keinem Fall wählen, da die Steuerung nach dem Chipwechsel die aktuelle Teleskopposition nicht kennt. Das Teleskop könnte bei Auswahl dieser Funtion gegen die Säule fahren.



Abschluß Ihrer ersten Beobachtung mit der neuen Steuersoftware
Zum Abschluß Ihrer ersten Beobachtung haben Sie folgende Auswahlmöglichkeiten.

1. Für Montierungen, die am Ende abgebaut und damit die Polachsenjustierung verlieren, sollte die Einstellung für Mount-Auto-Start im Setup Menü auf NO stehen bleiben. Die nächste Startprozedur ist identisch mit der in der deutschen Anleitung beschrieben.

2. Für Montierungen, die polachsjustiert aufgestellt bleiben gilt folgendes: Wechseln Sie ins Setup Menü und mit der NEXT > Taste ins letzte Untermenü und setzen Sie Mount-Auto-Start auf YES. Ab hier haben Sie mehrere Möglichkeiten:

Wählen Sie die Park Position 1, 2 oder 3 und schalten Sie die Spannungsversorgung aus. Beim nächsten Einschalten der Spannungsversorgung kennt die Montierung die gewählte Park Position und es nicht mehr nötig durch das Startup in die Funktion "Resume from Park" zu gehen. Sie können sofort auf Ihr erstes Beobachtungsobjekt positionieren.

Wenn Sie den Mount-Auto-Start Modus auf NO gelassen haben, müssen Sie die Funktion "Resume from Park" durchführen. Dann verfahren Sie wie gewohnt.

Wenn es Ihnen egal ist, in welcher Stellung das Teleskop geparkt wird, schalten Sie am Ende Ihrer Beobachtung einfach die Spannungsversorgung ab (Mount-Auto-Start muss aber auf YES gesetzt sein). Die Steuerung kennt beim nächsten Einschalten die aktuelle Montierungsstellung. Lesen Sie dazu ausführlicher den Abschnitt "Auto Start Sequenze" im Originalmanual.

Bitte parken Sie das Teleskop bzw. die Montierung aber nie so, dass das (die) Gegengewicht (e) höher als das Teleskop stehen. Dies ist auf Dauer für die Lager der Montierung schädlich.

Im folgenden erläutern wir kurz die Änderungen zur Version 3.09 der Steuersoftware. Für detaillierte Beschreibungen laden Sie sich bitte das Handbuch Version 4.12 als pdf-file von den Internetseiten bei Astro Physics herunter.


Kurzbeschreibung der Erweiterungen der Steuersoftware seit der Version 2.6.
Einige der im folgenden beschriebenen Funktionserweiterungen erfordern die Chipversion C oder KC. KC ist die Chipversion des C-Chips für die Montierung GTO 600E mit dem 32:1 Spezialgetriebe.
  • Auto-start. Es sind keine Eingaben in der Handsteuerung notwenig, um das Instrument in Betrieb zu nehmen. Spannung einschalten und das erste Beobachtungsobjekt wählen und positionieren. Voraussetzung: Die Auto-Start-Funktion im Setup Menü steht auf YES (Chipversion C bzw. KC ist erforderlich).
  • Auto-link. Die Handsteuerung kann ohne "recalibrate" von der Kontrollbox entfernt und später wieder angeschlossen werden (Chipversion C bzw. KC ist erforderlich).
  • Auto-park. Das Teleskop kann in jeder beliebigen Stellung geparkt werden. Spannung abschalten und nach dem Wiedereinschalten der Spannungsversorgung kennt die Steuerung die Teleskoporientierung (Chipversion C bzw. KC ist erforderlich).
  • Star Sync. Die Steuerung kann mit einem beliebigen Stern aus der Liste "Stars" oder einem Planeten kalibriert werden. Es ist nicht mehr nötig das Polar Alignment Verfahren zu durchlaufen, wenn die Montierung polachsjustiert steht (Chipversion C bzw. KC ist erforderlich). Diese Funktion wird nur benötigt, wenn das Teleskop zwischenzeitlich manuell verstellt wurde.
  • Meridian swap delay. Eine deutsche Montierung muss umgelegt werden, wenn das Beobachtungsobjekt die Meridianstellung durchläuft, weil sonst das Teleskop gegen die Montierungssäule stösst. Normalerweise stoppt die Steuerelektronik die Nachführung und legt das Teleskop auf die andere Seite, wenn die Gegengewichtsachse waagerecht liegt. Mit der neuen Steuersoftware kann der Zeitpunkt des Umlegens um bis zu 6 Stunden verzögert werden. Dies kann für langbelichtete Astroaufnahmen sinnvoll sein. Da diese Funktion nicht ungefährlich ist, sollte sie nur eingesetzt werden, wenn man damit sicher umgehen kann.
  • Recalibration. Zur Genauigkeitssteigerung der Position kann diese Funktion des Nachkalibrierens nun aus vielen verschiedenen Menüs ausgeführt werden, indem einfach die "RA/DEC/REV" Taste gedrückt und anschließend die Taste "9" gedrückt wird. In vorhergehenden Versionen ging dies nur über die Taste "9" aus dem Menü Objects. Verlassen wird diese Funktion durch erneutes Drücken der Taste RA/DEC/REV.
  • Continuous update of current position. Durch Drücken der NEXT> Taste im Menü Objects schaltet das Display um und zeigt die aktuellen Werte für RA und DEK. Auch während des manuellen Schnellfahrens über die vier Richtungstasten werden die Werte kontinuierlich aufaddiert und angezeigt.
  • Park. Die Montierung geht in einen Standby Modus, wenn die Parkposition erreicht ist. Die RA - Nachführung wird abgeschaltet.
  • Solar System Menü. Die bislang zwei Displays des Solar System Menüs wurden zu einem zusammengefasst. Es ist nicht mehr notwendig zwischen zwei Menüs hin- und her zu schalten.
  • Daylight Saving. Die Einstellung wurde in das Menü "Date and Time" verschoben. Dies ist sinnvoll, da man bei einer Umstellung sowohl die Zeit als auch das Daylight Saving ändern muß. So kann es nicht vergessen werden.
  • Object Data. Daten, wie z.B. Helligkeit etc. können nun für ein gewähltes Objekt vor dem Positionieren durch Drücken der Taste NEXT> angezeigt werden.
  • Photographic timer. Die Korrekturgeschwindigkeit der vier Richtungstasten kann nun auch geändert werden, während der fotografische timer läuft. Die Taste +/- drücken und eine Korrekturgeschwindigkeit vom Display wählen.
  • PEM. (Permanent Error Memory) Auch während der Aufnahme einer Fehlertabelle kann nun die Korrekturgeschwindigkeit geändert werden. Ausführung wie unter Photographic timer beschrieben.
  • Button Speed Menü. Ausführung über die Taste +/-. Die Funktion ist immer aktiv, wenn auch die vier Richtungstasten aktiviert sind.
  • Status. Eine neue Funktion im Hauptmenü der Handsteuerung. Unter normalen Umständen zeigt das Display bei Auswahl: "All Systems Go". Bei Problemen gibt es hier Fehlermeldungen wie z.B. "Low Battery" oder "Motor Stall" (Chipversion C bzw. KC ist erforderlich).
  • RA/DEC Position Memory. Diese Funktion erlaubt das Abspeichern eines Koordinatenpaares von RA und DEK im Speicher, anschliessendes Positionieren auf ein neues Objekt und zurückpositionieren auf die abgespeicherten Koordinaten.
  • Reticle setting. Die Software speichert am Ende der Beobachtung die eingestellte Helligkeit der Fadenkreuzbeleuchtung ab und lädt diese bei einer neuen Beobachtung (natürlich vorausgesetzt, die Fadenkreuzbeleuchtung ist an die Kontrollbox angeschlossen).
Weiterhin sind mit der Version 3.09 und der Chipversion C oder D einige "bugs" der vorhergehenden Versionen korrigiert worden. Einzelheiten dazu finden Sie ebenfalls auf den Internetseiten von Astro Physics. Die komplette originale Bedienungsanleitung der Version 4.12 (in englischer Sprache) finden Sie als pdf-file in unserem Download Bereich. Eine deutsche Version ist in Vorbereitung

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