Andere Spektralbereiche

Wie schon auf der Seite Funktionsweise eines H-alpha Filters erwähnt, lassen sich solche Oberflächenfilter für beliebige Fraunhofer Absorbsionslinien herstellen. Die Sonne zeigt in jeder dieser Linien ein anderes Bild.

Untenstehende Graphik zeigt zwei, für Amateure ev. noch relevante Linien, nämlich die grüne Koronalinie und die Calzium Linie.

Das Bild links zeigt eine Aufnahme der Sonne (© by G. Appelt) im Licht der Calzium Linie. Zwar sieht es wie ein blau eingefärbtes Photosphärenbild aus, doch dies täuscht.

Es zeigt die Chromosphäre der Sonne, ca. 300 km über H-alpha und ca. 1.200 km über der Photosphäre. Auch in diesem Spektralbereich lassen sich alle chromosphärischen Erscheinungen (auch Protuberanzen) beobachten. Zusätzlich erscheinen die chromosphärischen Fackelgebiete bis hin zu Sonnenscheibenmitte.

Calzium Beobachtungen sind wegen zweier Punkte schwierig und sicher nur für Spezialisten interessant.

Zum einen ist das Auge bei einer Wellenlänge von 398 Nanometer praktisch blind, so dass ausschliesslich fotografisch beobachtet werden kann. Zweitens zeigen Refraktoren in diesem Spektralbereich normalerweise kein scharfes Bild mehr und man muss auf Spiegelteleskope ausweichen, was aber verstärkt
Probleme mit Temperaturen und aufgeheizten Fangspiegeln nach sich zieht. Amateure, die mit Calzium Filtern beobachten, arbeiten meist mit Selbstbau Newton Teleskopen, deren Haupt- und Fangspiegel unbedampft sind.

Noch schwieriger ist die Beobachtung mit Filtern der grünen Koronalinie. Mit diesen Filtern lässt sich der Grenzbereich zwischen oberster Chromosphäre und innerer Korona (auch visuell) sichtbar machen. Voraussetzung überhaupt etwas zu sehen (oder zu fotografieren) ist ein Beobachtungsort, der völlig klaren- und streulichtfreien Himmel bietet. Und welcher Amateur hat den schon ?


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