Das Sonnenspektrum

Die Sonne emittiert elektromagnetische Strahlung im Bereich kurzwelliger Röngtenstrahlung bis hin zu langwelliger Radiostrahlung.

Von der kurzwelligen UV-Strahlung bis hinein in den langwelligen Infrarotbereich handelt es sich um die Kontinuumsstrahlung aus der Photosphäre, deren Intensität einer Temperatur von ca. 5.800 K entspricht. Dem Kontinuum ist ein Absorbtionsspektrum von etwa 25.000 Fraunhoferlinien überlagert.

Das Bild oben zeigt ein Linienspektrum des Sonnenlichtes von ca. 700 bis hinunter zu 350 Nanometer (7000 bis 3500 Å). Markiert sind die 4 Wasserstofflinien der Balmerserie und zwei weitere Linien im UV Bereich, die beiden Calzium Linien.

Um einen Eindruck zu geben, warum H-alpa Oberflächenfilter so teuer sind - wie kompliziert sie aufgebaut sind haben wir Ihnen ja schon gezeigt - stellen Sie sich folgendes vor:

Die drei Teile des Spektrums im obigen Bild sind je 750 Pixel breit, hängt man sie aneinander entstünde ein Bild von 2250 Pixel Länge (3500 - 7000Å). Nun wollen Sie daraus einen Bereich von ca. 0.5Å herausfiltern. Sie müssten dazu ein optisches Filter konstruieren, welches umgerechnet nur 0.3 Pixel aus den 2250 herausfiltert (d.b. alles andere unterdrückt) und zudem noch exakt bis auf ein Zehntel Pixel an einer bestimmten Stelle steht. Wir glauben, dass das einen Eindruck gibt, warum H-alpha Oberflächenfilter so teuer sind.
 
Der rote- und der blaue Flügel der H-alpha Linie

Die H-alpha Linie im Sonnenspektrum ist nicht ein "rasiermesserscharfer" Spalt, durch den man beobachtet, sondern man muss es sich ähnlich einer Glockenkurve vorstellen. Nach unten verbreitert liegt Richtung Infrarot der rote Flügel und in Richtung Blau der blaue Flügel der Linie.

Das Filter wird über die Temperatur genau in das Zentrum der der H-alpha Linie gestellt. Nun können sich Erscheinungen der Chromosphäre so schnell bewegen, dass sie auf Grund der Doppelerverschiebung im Zentrum der Linie gar nicht mehr sichtbar sind,
sondern in den roten- bzw. blauen Flügel der Linie dopplerverschoben sind. Durch eine Veränderung der Filtertemperatur kann der Beobachter dann geziehlt das Filter aus der "centerline" in den blauen oder roten Flügel stellen.

Eine grobe Verschiebung der Centerline kann auch über mechanisches Kippen des Filters im Strahlengang erfolgen.


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