Anmerkungen zur Auswahl des Filmmaterials für
die Sonnenfotografie
Die kleinsten Details, die der Amateur auf der
Sonnenoberfläche fotografieren kann, haben scheinbare Winkeldurchmesser
von 1 bis 2 Bogensekunden (Granulation), die grössten etwa 10 - 300
Bogensekunden (Poren bis Sonnenflecken). Um die kleinsten Details fotografieren
zu können, muss das Filmmaterial sehr feinkörnig sein. Daher sollte
man Filme niedriger - und mittlerer Empfindlichkeit benutzen. Sehr gut haben
sich bei Amateuren folgende Emulsionen bewährt:
Kodak Technical Pan 2415 (ISO/ASA 50 - ISO/ASA
100) und Agfa Macophot Ort 25 (ISO/ASA 25)
In Klammern
sind die durchschnittlichen Empfindlichkeiten oder deren Bereiche angegeben.
Sie können durch geeignete Entwicklung noch variiert werden. Beide
genannten Filme bezeichnet man als hochauflösendes Fotomaterial.
Entwickelt man sie sehr kontrastreich (Kontrastumfang 1000:1), so ergeben sich
Auflösungen von 280-320 Linienpaaren/mm. Agfa Macophot Ort ist ein
orthochromatischer Film, d.h. er ist nicht rotempfindlich. Für die
Fotografie von Sonnenflecken ist das unbedeutend, doch für die
Protuberanzen-und H-alpha-Fotografie ist dieser Film nicht brauchbar. Für
diese Arbeitsbereiche muss der Kodak TP 2415 verwendet werden.
Beide
Filme sind nicht gerade als preiswert zu bezeichnen, aber es gibt zur Zeit
keine vernünftige Alternative. Wer sich intensiv in die Sonnenfotografie
einarbeiten will, kommt um eine der beiden Emulsionen nicht herum.
Beide
Filme kann man als Kleinbild -oder als 6x6 cm Rollfilme, einzeln oder als
Meterware kaufen. Der TP 2415 ist ausserdem als 70 mm Film erhältlich. In
jedem Fall empfiehlt sich bei großem Bedarf natürlich der Kauf
grösserer Mengen (also Meterware in der Dunkelkammer selbst
konfektionieren). Je nach Kontrastwunsch lassen sich unterschiedliche
Entwickler einsetzen. Sonnenflecken wünscht man meistens in stärkeren
Kontrasten, so dass hart arbeitende Entwickler wie Kodak D-19 (für den TP
2415) zur Anwendung kommen. Bei der Protuberanzenfotografie müssen dagegen
auch die zarten Details sichtbar werden, so dass weich arbeitende Entwickler
vorzuziehen sind (z.B. Neofin blau oder Neofin doku von Tetenal bei
entsprechender Verdünnung).
Generell gilt
aber für die Sonnenfotografie, genauso wie für andere Gebiete der
Astrofotografie, dass alle Fotoarbeiten selber ausgeführt werden sollten,
um befriedigende Ergebnisse zu erzielen.
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| Obige Tabelle gibt nur
Anhaltswerte, © 2001, W. Paech |
Es sei an dieser
Stelle kurz darauf hingewiesen, dass der Sonnenfotograf immer für
Neuerungen auf dem Filmsektor aufgeschlossen sein sollte. Neue Filme mit hoher
Auflösung müssen generell getestet werden. Dieses geschieht durch
Film / Entwicklerkombinationen, die vom Hersteller nicht unbedingt angegeben
worden sind. Hierbei sollte auch nicht vergessen werden, den Einfluss von
Wassertemperatur und -härte mit zu testen. Gerade eine geringere
Wassertemperatur wirkt sich oft im geringeren Filmkorndurchmesser
aus. |
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