Welche Kamera ist für die Sonnenfotografie am
besten geeignet ?
Welche Kamera ist geeignet?
Bei der Sonnenfotografie muss das Sonnenbild direkt betrachtet
werden können (Sucherbild), deshalb ist eine Spiegelreflexkamera mit
Wechselobjektiven notwendig. Üblicherweise werden Kleinbildkameras
benutzt, doch eignen sich natürlich auch Kameras grösseren Formats.
Die Kamera muss fest mit dem Okularauszug verbunden werden, was mit einfachen
mechanischen Anschlüssen zu erreichen ist.
Bei Kameras mit
Bajonettverschluss bedient man sich eines T2-Adapters (bei anderen Herstellern
gibt es die Bezeichnung T oder P-Adapter), der allgemein ein M42 Schraubgewinde
besitzt (auf die Steigung des Gewindes achten) und am Fernrohrtubus
angeschraubt wird. Alle anderen Verfahren der Befestigung sollten nicht
verwendet werden, sie verursachen nur Ärger und schlechte Fotos.
Alle handelsüblichen Spiegelreflexkameras sind für die
Sonnenfotografie geeignet, wobei die teuren Modelle (wechselbare Mattscheiben,
Doppelbelichtung etc.) einige Vorteile besitzen. Die preisgünstigen
Kameras verfügen meistens über recht grobe Mattscheiben, so dass es
damit oft Probleme beim Fokussieren gibt. Besitzern von Kameras der gehobenen
Preisklasse sei geraten, sich eine Mattscheibe mit Klarfleck und darin
enthaltenem Fadenkreuz zu kaufen. Ebenso lassen sich Klarsichtscheiben (nur in
Verbindung mit eingraviertem Fadenkreuz) verwenden, allerdings hat das Auge
dabei einige Schwierigkeiten, den richtigen Fokus zu finden.
Manchmal
ist es erforderlich, kürzere Belichtungszeiten als 1/1000 sec zu benutzen.
Bestimmte Kameramodelle realisieren solche kurzen Belichtungszeiten.
Andernfalls muss man mit geeigneten Neutralgläsern filtern, um die
Belichtungszeiten zu verlängern. Ältere Spiegelreflexkameras neigen
dazu, bei kurzen Verschlusszeiten ungleichmässig zu belichten. Dabei
läuft der Verschluss nicht gleichmässig ab, wodurch senkrechte
Streifen auf den Negativen erscheinen. Reparaturen sind meistens sinnlos. Der
Sonnenfotograf sollte dann die Neuanschaffung einer Kamera vorsehen.
Als nützlich und praktisch erweist sich oft ein
nachvergrössernder Winkelaufsatz, der auf der Augenlinse des Suchers
befestigt wird. Kamerasysteme mit wechselbaren Mattscheiben werden z.B. von
Olympus (OM2SP), Nikon (F2,F3), Canon (F1,AE1-Program), Pentax LX oder Praktika
(VLC2 nur noch antiquarisch) angeboten. Bei einigen Systemen lassen sich nur
die Scheiben austauschen, andere haben die Eigenschaft, dass sich das ganze
Suchersystem auswechseln lässt. Die Forderung nach einer manuellen Kamera
ist bei der Sonnenfotografie nicht so wesentlich wie bei der Nachtfotografie,
wo sich die Batterien der automatischen Kameras sehr schnell entladen.
Durch die automatische Belichtung (Variation der ASA/DIN-Einstellung) kann man
beispielsweise bei Zeitautomaten eine bessere Abstimmung der Belichtungszeiten
erreichen und damit die Schwärzung des Negativs konstant halten.
Verschiedene Einflüsse wie atmosphärische Durchsicht oder
Höhenwinkel der Sonne können so besser kompensiert- und bei der
Belichtung berücksichtigt werden. Manuelle Einstellungen führen oft
zu leichten Über- oder Unterbelichtungen, die dann während der
Dunkelkammerarbeiten ausgeglichen werden müssen. Eine automatische
Belichtung wird allerdings problematisch, wenn der Fotograf den Sonnenrand
fotografieren will. Hierbei kann es auf Grund der unterschiedlichen Lagen der
Belichtungsmessfenster zu Fehlbelichtungen kommen. Bei allen Kameratypen sind
deshalb Testbelichtungen vorzunehmen.
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| Verschiedene Lagen des Belichtungsfensters zur Sonne, © 2001,
W. Paech |
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